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Gestern erst ist mir diese Frage beim Hunde-Mensch-Spaziergang wieder gestellt worden: „Beißt die?“ – „Nein,“ antwortete ich wahrheitsgemäß, nachdem ich Lilly angesehen hatte und ihre Rute angesichts eines feschen Teckelrüden aufgeregt hin und her wirbelte, „die schluckt meist im Ganzen.“

LillyZumindest bei Lilly trifft das so gut wie immer zu: Egal was sie vor die Schnauze bekommt, wird, wenn es als fressbar von ihr eingestuft worden ist, sogleich im ganzen verschlungen. Zu meinem Mops-Test vor einigen Wochen in Bezug auf Nahrungauswahl habe ich mich ja bereit einmal geäußert. Was Lilly betrifft, sie frisst einfach alles, mittlerweile auch die Saure Gurke mit Bautzner Senf und nicht nur Apfel und Reis und Fleischbrocken. Im Gegensatz zu Spike: Ein Gourmet durch und durch.
Während Herr Mops eine gefühlte Ewigkeit schnuppert, leckt und wieder schnuppert, um dann, ein bis zwei Mops-Schritte zurück zu treten, wobei danach das Procedere von Vorn beginnt, ehe der Herr dann den in aller Regel nun handgereichten Bissen anfängt genüsslich zu zermalmen, schnappt Frau Mops zu und : Schluckt. Weg der Speck, mit dem man Mäuse – also Möpse fängt.
So ist es für uns nicht mehr verwunderlich, dass Lilly ihre Mahlzeiten in aller Regel in ein bis zwei Minuten verdrückt hat, während Spiky damit bis zu einer halben Stunde und eventuell auch länger zu Gange ist. Unsere – zumeist morgendliche Aufgabe – ist es dabei, zu verhindern, dass Lilly sich über die Spiky-Portionen auch noch her macht, denn: Was in ein Napf passt, dass passt auch in einen Lilly-Mopsbauch.
Sollte aber Spiky sich durch die „Schluckgeschwindigkeit“ von Frau Lilly zu sehr gehetzt fühlen und seine Nahrung selbst in Gefahr geraten, dann geht es ans Eingemachte. Frau und Herr Mops raufen um die Herrschaft über Spikys Fressnapf. Ohne zweibeiniges Regularium, würde dann Madame auch diesen Napfinhalt verschlingen, während Monsineur leer ausgehen würde. So wird die Dame dann mit einem Griff in den Nacken zumeist von Herrchen des Napfes verwiesen.

Was aber sonst? Wenn Familie Mops zum Beispiel spazieren geht? Nun auch hier gilt erst einmal: Was als fressbar auf den ersten Mopsdamenblick  von Lilly eingestuft werden kann, wird verschlungen. Ist ein Objekt als nicht fressbar anzusehen – weil zu gross oder zu schnell weg oder so – wird zuerst der Mops-Begrüssungsstresstest gemacht. Schnuppern und dann an allen möglichen und unmöglichen, aber von Frau Mops erreichbaren Köperstellen, ablecken. Das ganze gepaart mit einem aufgeregten Rutenwirbel und grunzen sowie dem einen oder anderen „Wuff“. Ganz anders aber Herr Mops. Offenbar hat er bei Kater Snoopy einiges gelernt: anschleichen, anschnuppern, anschmiegen – hat das Objekt zwei Beine, dann kommt nun anbellen: „Wuff“ – Streichle mich!

Ja, aber beißen die nun? Nein, schnappen und gelegentlich zwicken.  Wenn trotz aller „Ich hab dich lieb“-Bezeugungen keine Streicheleinheiten kommen sollten aber Fußtritte folgen oder das handgereichte Leckerli plötzlich zurück gezogen wird. Aber mal ehrlich, welcher Mensch würde dazu „Danke, das ist aber nett von ihnen“ sagen?

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